So berechnen Sie den einzustellenden Zapfdruck

Grundsätzlich ist das Zapfen von Bier über eine Schankanlage ein einfacher physikalischer Prozess - insbesondere dann, wenn die Schankanlage mit einem Kompensatorhahn ausgestattet ist.
Dennoch erlebt man es immer wieder, daß Schankanlagen falsch eingestellt sind und das Zapfen für alle Beteiligten zur Qual wird. Der häufigste Fehler dabei ist: Wenn es schäumt wird der Zapfdruck gesenkt - dies ist falsch. Schäumt es, muss der Zapfdruck erhöht werden.

Bier enthält Kohlensäure - wird daher unter Druck abgefüllt. Anderenfalls entbindet sich die Kohlensäure und in den Fässern würde sich Schaum bilden.
Ist also in der Bierleitung zu wenig Druck ist, entbindet sich die Kohlensäure bereits in der Bierleitung  - aus dem Zapfhahn kommt nur noch Schaum. Der Druck muss so weit gesteigert werden, bis sich die Kohlensäure wieder im Bier löst und kein Schaum mehr in der Bierleitung ist.


1. Schritt: Sättigungsdruck ermitteln

Biertemperatur (= Bierkellertemperatur) feststellen und den zugehörigen Sättigungs-druck ablesen.

5°C = 0,8 bar
6°C = 0,9 bar
7°C = 1,0 bar
8°C = 1,0 bar
9°C = 1,1 bar
10°C = 1,2 bar
11°C = 1,3 bar
12°C = 1,4 bar
13°C = 1,5 bar
14°C = 1,5 bar
15°C = 1,6 bar
16°C = 1,7 bar
17°C = 1,8 ba
18°C = 1,9 bar
19°C = 1,9 bar
20°C = 2,0 bar
21°C = 2,0 bar
usw....

2. Schritt: Förderdruck ermitteln und zum Sättigungsdruck hinzurechnen.

Höhenunterschied
Man braucht pro Meter Höhe (Fassboden bis Zapfhahn) 0,1 bar. Dies gilt unabhängig vom Leitungs-querschnitt.

Leitungslänge
Die Reibungsverluste sind abhängig von Länge und Durchmesser der Bierleitung. Bei 7 mm Leitungen rechnet man 0,1 bar pro 2 m, bei 10 mm Leitungen 0,1 bar pro 6 m Länge.

3. Schritt: Zapfdruck berechnen

Rechnen Sie die 3 Drücke für Sättigung, Höhenunterschied und Leitungslänge zusammen.

Beispiel:
Bei 20 °C Biertemperatur, 3 m Höhenunterschied und 6 m Leitungslänge bei einer 10 mm Leitung hat man  2,0 bar (Sättigungsdruck) + 0,3 bar (Höhenunterschied) + 0,1 bar (Leitungslänge) ergibt einen Zapfdruck von 2,4 bar.

Wichtig bei Lagerung von angebrochenen Fässern sollte der Druck im Fass immer genau dem Sättigungsdruck entsprechen. Also stellen Sie den Druck am Manometer auf den Sättigungsdruck herunter, lassen Sie dazu den überschüssigen Druck durch Ziehen am Überdruckventil ab. Drehen Sie das CO2 nicht ab - so wird ein konstanter Druck gewährleistet.

So stellen Sie sicher, dass Ihr Schankbier auch über einen längeren Zeitraum frisch bleibt.